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Thailand

Schwimmender Markt in Thailand

Den schmückenden Beinamen „Land des Lächelns“ trägt Thailand zu recht. Das Königreich beeindruckt mit beachtlicher kultureller und landschaftlicher Vielfalt, mit einem Lebensgefühl, das exotische Bilder, buddhistisches Erbe und herzliche Gastfreundschaft zu einer attraktiv anmutenden Gegenwart vereint. Südostasiens drittgrößter Flächenstaat (72 Mio. Einwohner / 513.115 km²) war nie einer Kolonialmacht unterworfen. Eigenständigkeit ist ein besonderer Wesenszug der thailändischen Entwicklung. Schon seit Jahren gilt Thailand als hochrangige touristische Adresse.

Der Süden begeistert mit seiner perfekten Mischung schneeweißer Strände, bizarrer Felsenküsten und bezaubernder Inselschönheiten. Anders die Mitte. Die sagenumwobene Wiege der thailändischen Monarchie. Historische Bauwerke, Pilgertempel und Pagoden. Fruchtbare Ebenen. Behäbige Wasserbüffel. Das frische Neongrün sorgsam gepflegter Reisfelder. Ländlicher Alltag. Zeitlos und unaufgeregt.

Das berühmt-berüchtigte „Goldene Dreieck“ (Golden Triangle) machte den Norden bekannt. Stichwort Opium. Einst nur auf beschwerlichen Dschungelpfaden erreichbar, kommt das Dreiländereck zu Laos und Myanmar heute deutlich aufgeschlossener daher. Liebenswerter Charme, traditioneller Tiefe und die reizvolle Natur stehen im Vordergrund. Malerische Gebirgs- und Hügellandschaften, Nadel-, Bambus- und Bergregenwälder: Doi Inthanon (2.565 m NN), Nationalpark (482 km²) und Thailands höchster Gipfel. Lebensader Mekong. Tempel und Palastruinen vergessener Fürstentümer. Stolze Bergvölker (Hilltribes), ethnische Minoritäten mit eigener Sprache, Riten, farbenprächtiger Kleidung und außergewöhnlichen handwerklichem Geschick. Bühne mehrerer Schutzgebiete und Nationalparks; zweihundert sind es landesweit. Eindrucksvolle Logenplätze der Natur, einer Tier- und Pflanzenwelt, die ihresgleichen sucht. „Sawasdee“ – Willkommen im „Land der Freien“ (Brathed Thai). Ein Ausdruck, der das Selbstverständnis Thailands gleichermaßen trifft.

Thailands Elefanten. Symbol einer Nation.

Elefant in Thailand

Seit Jahrtausenden hat das Miteinander von Menschen und Tieren in Thailand Tradition. Die sanften Dickhäuter gelten als Wappentier, verkörpern Glück und Friedfertigkeit. Sie haben sogar einen eigenen Buchstaben, Chor Chang, im Alphabet. Dennoch mussten sie bis zum Verbot 1989 Schwerstarbeit in der Holzgewinnung leisten. Das thailändische Königshaus verehrt die Elefanten heute genauso wie es die großen Herrscher Siams in der Vergangenheit taten. Ohne die Hilfe der starken Riesen wären Reisen durch das Hinterland und den weglosen Dschungel kaum möglich gewesen. Die Rüsselträger spielten eine ähnliche Rolle wie einst die Pferde in westlichen Gesellschaften. Sie sind auch heute noch als Abbilder in Kunst, Legenden, Literatur, Architektur und Religion in Thailand allgegenwärtig.

Ihr Lebensraum ist jedoch immer kleiner geworden. Wie viele Wildelefanten es in freier Natur überhaupt noch gibt, ist nicht genau bekannt. Solide Schätzungen sprechen von höchstens 1.500 Tieren. Um 1900 soll es noch über 100.000 Elefanten gewesen sein. 1950 war ihre Zahl schon auf 50.000 gesunken. Es ging ihnen wirklich nicht gut. Das Verbot als Arbeitstiere 1989 und das erste Tierschutzgesetz Thailands 2014 brachten die Wende zum Besseren. Die teils brutal domestizierten Elefanten sollten nicht länger versklavt, ihre touristische Vermarktung für allerlei stupide Kunststücke und zum Betteln nicht mehr geduldet werden.

Erste Vorzeigeprojekte artgerechter Tierhaltung entstanden. Wohlfühlorte für Elefanten und Besucher. Unter Bezeichnungen wie Elephant Nature Parks oder Elephant Camps mittlerweile in verschiedenen Regionen von Thailand anzutreffen. Sie kümmern sich um ehemalige Arbeits-, Reit- und Dressurtiere und den Nachwuchs. Sie bringen aber auch Besuchern die Kunst artgerechter Elefantenhaltung und initiative Kraft beim Zusammenspiel von Mensch und Tier nahe. Mit wachsendem Erfolg. Das Angebot wächst. Mittlerweile sind Tagesausflüge zu den Camps ebenso möglich wie mehrtägige Aufenthalte (Zu Gast bei Elefanten), Einführungskurse (Elefantenführerschein) mit Fütterung und Schlammbad oder längere Dschungeltrecks in Begleitung erfahrener Mahouts (Elefantenführer). Nachhaltigkeit durch stimmige Umgangsbedingungen. Das Erlebnis spricht für sich. Ein Spaß für Elefanten und Besucher. Für manche das Sahnehäubchen ihrer Thailandreise.

Thailands Nationalparks. Mehr als Strand und Tempel.

Naturerlebnis in Thailand

Der anhaltende Zuspruch zu den Küstenregionen und Städten Thailands verschließt ein Stück weit den Blick auf solche Attraktionen, die noch ein Nischendasein führen. Thailand bietet eine Menge Möglichkeiten, sich auch jenseits populärer Strandresorts im Land umzusehen. Reiseerlebnisse, wie sie gerade die Natur auf unnachahmliche Weise bereitstellt. Was Erholung, Entspannung oder sportliche Aktivitäten nicht ausschließt. Über zweihundert Regenwaldzonen, Nationalparks und Meeresreservate sind mittlerweile im Land verteilt. Die rund 13 Prozent der Staatsfläche abdecken.

Im Norden östlich von Chiang Mai bieten sich die Provinzen Nan, Phrae und Lampang für Naturreisen hervorragend an. Wasserfälle, Orchideen und moosbewachsene Wälder flankieren Doi Inthanon (2.565 m NN), den höchsten Berg Thailands, Visitenkarte des gleichnamigen Nationalparks. Üppige Vegetation, aussichtsreiche Felsplateaus und die mitunter tiefsten Temperaturen landesweit kennzeichnen den Phu Kradung Nationalpark. Der größte Nationalpark Kaeng Krachan (3.000 km²) bei Hua Hin beherbergt mehr als 40 Säugetiertierarten. Seit Jahren trägt der erste Nationalpark des Königreichs Khao Yai rund zweihundert Kilometer nördlich von Bangkok den Titel Weltnaturerbe.

Südwärts zwischen Andamanensee und dem Golf von Thailand laden die Küstenprovinz Chumpon und Ranong im Isthmus von Kra zu Entdeckungen ein. Kalksteinhöhenzüge und Baumriesen prägen die Kulisse des Khao Sok Nationalparks. Heimat der Schwarzgelben Nashornvögel, aber auch ein Refugium von Wildelefanten und dem gefährdeten Malaienbär. Thung Tio Nationalpark in der Südprovinz Krabi schützt den letzten Tieflandregenwald. Eine unvollständige Auswahl. Thailands Naturschätze versprechen Anregungen satt. Nach wie vor offene Geheimtipps.

Thailands Hinterland. Abseits wohlbekannter Pfade.

Schmetterling und tropische Natur in Thailand

Thailand punktet mit Tropenidylle und traumhaften Hotels. Wildromantische Einsamkeit wie bei Robinson Crusoe kann auf den viel besuchten Inseln und an den populären Küsten nicht erwartet werden. Es braucht keine großen Entfernungen, um auch weniger erschlossene Winkel Thailands zu erreichen. Kleine Lodges mitten in der Natur, Gästehäuser (Homestays) mit besonderem Flair. Terrassen und Fenster, die einmalige Ausblicke auf ihre Umgebung erlauben. Authentische Unterkünfte dank kreativer Verwendung heimischer Materialien wie Edelhölzer, Bambus, Rattan, Bast und Schilf. Drumherum einfaches und erfülltes Alltagsleben. Dazu die Mahlzeiten, Früchte und aromatische Gewürze, kulinarische Entdeckungen im Original.

Wie wäre es an der Andamanen Küste beispielsweise mit Koh Kradan, der schönsten von neun Inseln im Had Chao Mai Meeresnationalpark. Korallenriffe, bunte Vögel, Tropenwald, Ruhe und Beschaulichkeit. Ein stimmungsvolles Arrangement. Wohnhäuser im traditionellen Stil und schwimmende Hausboote auf dem Fluss; die klassische Szenerie von Uthai Thani in Zentralthailand spricht für sich. Das „verborgene Tal“ Hup Pa Tat in der Nähe glänzt mit fotogener Naturkulisse: Zwanzig Meter hohe Tat-Palmen, eine uralte Tropfsteinhöhle, über eine Millionen Jahre alt. Erst 1979 von einem Mönch entdeckt. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und gefiltertes Sonnenlicht ergeben eine Atmosphäre, die an einen prähistorischen Urwald denken lässt. Echtes Kino.

Umwelt, Natur- und Kulturerlebnisse in Verbindung mit lokaler Wertschöpfung stehen auch im Fokus der zwanzig „Green Routes“, die verstärkt auf Nachhaltigkeit setzen. Nan hoch im Norden baut auf ländlichen Tourismus und kurze Wege. Erkundungen mit dem Fahrrad in die umliegenden Dörfer, überliefertes Weberhandwerk und regionale Küche. Surat Thani an der südlichen Westküste versucht, Nationalpark- und Inselerlebnisse mit energieschonenden Resorts, Floating-Unterkünften im Khao-Sok und Schutzmaßnahmen im Mu-Ko-Ang-Thong Nationalpark zu verbinden.

Thailand auf sanften Wegen. Stille Momente, ungeahnte Ansichten und Begegnungen. Natur auf intensive und respektvolle Weise. Traditionen und herzliche Gastfreundschaft. Thailand mit anderen Augen erfahren. Eine Bereicherung jeder Reiseroute.

Wichtiges und Wissenswertes Auf einen Blick

Tropische Vegetation in Thailand

Nahe am Äquator gelegen besitzt Thailand ein ganzjähriges Tropenklima. Im Allgemeinen werden drei Jahreszeiten unterschieden, jedoch in regional unterschiedlicher Ausprägung. Für Reisen durch den Norden gelten die Wintermonate November bis Februar/März als bevorzugte Besuchszeit. Eine gerne gewählte Saison auch für das übrige Thailand. In der Regel herrschen dann im Norden angenehm frische sonnige Tagestemperaturen und kühle Nächte. In höheren Berglagen ist Frost gelegentlich nicht ausgeschlossen. Tagsüber liegen die Durchschnittswerte bei 23° / 24° C, in Zentralthailand und an der Ostküste bei 26° C, im Südwesten bei 27° C an der Westküste. Die Höchsttemperaturen können landesweit auf 30° bis 32° C ansteigen.

Der Sommer von März bis Mai bleibt vorwiegend trocken, bringt aber höhere Temperaturen und steigende Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 Prozent mit sich. Angenehm ist der Aufenthalt dann besonders in den Bergregionen und Badeorten an der Küste. Die mittleren Werte schwanken bei Tage um 30° C, regional auch mit starken Abweichungen bis zu 38° / 40° C.

Bleibt die „grüne“ Jahreszeit von Mai bis Oktober. Monate, in denen der Südwestmonsun Tropenschauer unterschiedlicher Dauer oder den berüchtigten Starkregen (heavy downpour) bringt. Ein heftiges Ereignis, das sich unter dem Dach eines Tempels oder Cafés am besten überstehen lässt. Das ganze Land kleidet sich während dieser Saison in ein sattes Grün.

Im Norden setzt der Regen normalerweise gegen Ende Juni ein, im Nordosten ist er Ende September meistens schon vorbei. Für den Golf von Siam, Thailands Mitte und den Norden sind Mai bis August durchaus genehme Reisemonate. Der Süden ist in diesen Wochen eher zweigeteilt. Während die Westküste um Phuket mehr Niederschläge erlebt, herrschen auf den Inseln des Isthmus an der Ostküste um Koh Samui beste Wetterbedingungen. Die Werte sinken tagsüber sogar leicht um 1° bis 3° C. Thailand also ein Ganzjahresziel? Mit ein paar Abstrichen mag das durchgehen.

Zur Einreise benötigen deutsche Staatsangehörige einen Reisepass mit sechs Monaten Mindestgültigkeitsdauer ab Ankunftstag. Bei einer touristischen Verweildauer unter 60 Tagen kein Visum erforderlich. Ausländische Reisende müssen frühestens 3 Tage vor ihrer Ankunft online eine kostenlose digitale Einreisekarte (Thailand Digital Arrival Card) ausfüllen. Diese Registrierung über die offizielle Webseite der Einwanderungsbehörde ersetzt auf dem Smartphone das bisherige Papierformular. Bei Direkteinreise keine Pflichtimpfungen nötig. Malaria-Prophylaxe saisonal/regional angebracht. Ausreichende Grundimmunisierung sollte vorhanden sein.

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