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Das Land ist riesig. Größe (3.287 263 3 km²) und Einwohnerzahl (1.45 Milliarden) deuten auf fast kontinentale Ausmaße hin. Vom Himalaya im Norden bis zur äußersten Südspitze am Kap Komorin sind es Luftlinie rund 3.200 Kilometer, von der Wüste Thar im Westen bis zum Purvachalgebirge (Patkai) im Osten etwa 3.000 Kilometer. Innerhalb der Grenzen erschließt sich ein verblüffendes Potpourri an Völkern, Kulturen, Sprachen und Religionen, ein buntes Mosaik an Städte- und Landschaftspanoramen, ein einmaliges Spektrum aller nur denkbaren Werte und Normen, die menschlichen Gesellschaften eigen sind.
Indien ist ein Kosmos für sich. Es gibt unzählig viele Indien. Das schließt den natürlichen Reichtum des Indischen Subkontinents mit ein. Unvergleichlich, faszinierend und geheimnisvoll. Leben in jeder Form gilt der indischen Philosophie als heilig, Pflanzen und Tiere eingeschlossen. Indiens Engagement für seine Ökosysteme und den Naturschutz hat Vorbildcharakter weit über Asien hinaus. Kaum eine Landschaft, die dort nicht anzutreffen ist: Hochalpine Weiden in Kashmir, grüne Flussoasen in Ladakh, Regenwälder (Dschungel), Sümpfe und Marschland bei Bangladesch, Dornenwüsten in Rajasthan, Laubwälder der Dekkan-Ebene, idyllische Palmenhaine und Lagunen (Backwaters) an Keralas Küsten.
Ideale Voraussetzungen für das, was wachsen, kreuchen und fleuchen kann. Indien verfügt über eine äußerst abwechslungsvolle Fauna und Flora. Darunter acht Prozent der Säugetierarten weltweit, vierzehn Prozent der Vogelarten und neun Prozent der Reptilienarten. Rund 1.200 der 2.100 Vogelarten brüten in Indien, darunter 176 Endemiten, die nur hier zuhause sind. Wälder bedecken knapp zehn Prozent der Landesfläche. 1.200 Baumarten wachsen in Indien. Elefanten, Panzernashorn, Wildrind (Gaur), Lippenbären, Leoparden und Tiger weisen stabile Bestände auf.
Hirsche, Antilopen und Gazellen sind in den meisten Nationalparks häufiger anzutreffen. Ebenso Languren und Rhesusaffen, die weitverbreitetsten unter den neunzehn Affenarten. Keine Frage, Indien mit seinen unvergleichlichen kulturhistorischen Zeugnissen und Traditionen gehört zugleich auch zu den führenden Naturregionen überhaupt.
Zu den spannendsten Naturerlebnissen in Indien gehört die Begegnung mit einem Tiger. Es waren diese vom Aussterben akut bedrohten Großkatzen, die im letzten Jahrhundert Anfang der siebziger Jahre für einen grundlegenden Sinneswandel sorgten und Indien weltweit zum Vorbild beim Artenschutz machten. Die Idee des „Projekt Tiger“ bestand darin, das gesamte Ökosystem einzubeziehen, um die auffallend gestreiften Einzelgänger wirksam zu schützen. Die ersten neun entstanden, aus denen inzwischen über fünfzig geworden sind.
Von wenigen Ausnahmen abgesehen, liegen Reservate und Nationalparks beim Bengalischen Tiger gar nicht so weit auseinander. Den Unterschied macht der Schutzstatus, den die majestätischen Großkatzen dort genießen. Entsprechend ihrer Ausdehnung sind Indiens Nationalparks in mehre Zonen unterteilt, die den Besuchern jeden Tag neu zur Pirschfahrt zugewiesen werden. Spontane Wechsel zwischen den Zonen sind nur mit einer Sondererlaubnis möglich. Vorrang haben die annähernde Gleichverteilung der Safari-Jeeps innerhalb des Parkgebiets, die Vermeidung von Staus bei Sichtung eines Tigers und möglichst geringe Störungen seines angestammten Lebensraums.
Ohnehin ist die Zahl der Fahrzeuge für jede Vor- und Nachmittagspirsch beschränkt. Vele Nationalparks verfügen zudem über Pufferzonen, die den Übergang von besiedelten zu geschützten Arealen abfedern. In stark nachgefragten Parks wie etwa Ranthambore oder Bandhavgarh werden sie bei Bedarf bei Pirschfahrten mit einbezogen. In den meisten Parks darf der Kernbereich nicht aufgesucht werden; er bleibt allein der Tierwelt und nur wenigen Wildhütern (Rangern) Rangern vorbehalten.
Grundsätzlich bietet jeder Nationalpark eigene Voraussetzungen und Schwerpunkte, Artenvielfalt, Landschaft und Infrastruktur. Dem „König des Dschungels“ Auge in Auge begegnen zu können, ist keine Selbstverständlichkeit, mit ein bisschen Glück auch nicht unwahrscheinlich. Eine Garantie gibt es jedoch nicht. . Tigerreservate besitzen in Indien höchste Priorität. Meistens sind damit Nationalparks mit einem erweiterten Schutzstatus speziell zum Erhalt der Tigerpopulation gemeint.
Mit sehr eng bemessenem Zugang für die Öffentlichkeit, gerade mal an die 20 Prozent der Parkfläche Das bedeutet eine noch höhere Stufe beim Naturschutz, aber auch zusätzliche bürokratische Hemmnisse. Was den Tigern und Ökosystemen andererseits zugutekommt. Letztlich sind es aber die Nationalparks, durch die Indien jene Voraussetzungen schuf, die das Überleben der Tiger sichern und ihre Sichtung auch in Zukunft ermöglichen.
Übers ganze Land verteilt. Wobei jedoch der zentral-nördliche Teil Indiens zu den vielversprechendsten Gebieten für Tigersichtungen gehört. In ungefähr zwei Duzend renommierter und eher weniger bekannter Nationalparks, offene Geheimtipps. Tiger haben keine Sprechstunden. Dennoch stehen die Chancen gut, diese eleganten, elusiven Geschöpfe in freier Wildbahn zu Gesicht zu bekommen. Bei ihrer Geburt wiegen sie ein bis eineinhalb Kilogramm, ausgewachsen an die 200 Kilogramm. Mit einer Schulterhöhe von fast einem Meter sind sie wirklich prächtig anzuschauen.
Abgesehen von den Wildtieren, die sich in den Parks auch noch aufhalten und größte Bewunderung verdienen. Auf Tuchfühlung mit dem Tiger dürfte dennoch kaum zu toppen sein.
Tigersafari in Indien. Ein erprobter Reiseentwurf. Fünf Nationalparks. Artenreiche Fauna. Bengalische Tiger. Zwölf Aufenthaltstage. Durchführung als Privatreise (2 Personen) oder in einer Kleingruppe (6 bis 8 Personen). Vorgegebene Unterkünfte oder individuell von solider Mittelklasse bis Luxuskategorie. Vollverpflegung während der Parkaufenthalte, ansonsten Frühstück. Transfers, Rundreise in landestypischen Fahrzeugen, Pirschfahrten mit offenem Geländewagen (Jeep). Wechselnde, englischsprachige Fahrer/Reiseleiter, durchgehende deutschsprachige Reisebegleitung bei Kleingruppen möglich. Reisepreis: Je nach Saison und Unterkunftsstandard. Besuchsziele (Umstellungen vorbehalten): Nagpur, Pench NP, Kanha NP, Bandhavgarh NP, Khajuraho („erotische“ Reliefs), Orcha, Agra (Taj Mahal), Keoladeo Ghana NP (Bharatpur), Ranthambore NP, Jaipur, Delhi. Reisetermine (Oktober bis März/April): Privatreise täglich nach Wunsch und Verfügbarkeit, Kleingruppenreise nach Absprache.
Unterwegs im märchenhaften Land stolzer Festungen, prunkvoller Paläste und legendärer Tempel. Einst das Reich der sagenhaften Raiputen-Könige, die Maharadschas des heutigen Bundesstaates Rajasthan. Ihre früheren Privilegien haben sie verloren, die Landschaften und grandiosen Panoramen sind geblieben. Da locken die mächtigen Dünen der Thar-Wüste, blaue und pinkfarbene Städte, die bunten Momente indischen Alltaglebens, heilige Seen und zauberhafte Kulturdenkmäler. Rajasthan (342.239 km² / 68,5 Mio. Einwohner) im indischen Nordwesten verkörpert das romantische Gesicht des Subkontinents, Fantasiebilder aus Tausendundeiner Nacht, den Stil und Glanz herrschaftlicher Pracht und nobler Residenzen (Havelis).
Eine Rundreise, die sich auf die beeindruckendsten Höhepunkte dieser Region konzentriert. Bei der Ausdehnung und Vielfalt des Bundesstaates eine intensive, dichte Zusammenschau an Eindrücken und spannenden Erlebnissen. Ein Feuerwerk nicht nur für die Augen, für alle Sinne. Indien ist stets auch zu hören, zu fühlen, schmecken und zu riechen, mal anziehend, mal abstoßend, mal unvergesslich. Rajasthan kann als Privatreise (2 Personen) oder in einer Kleingruppe (6 bis 12 Personen) umfassend erkundet werden. Reisedauer: Zwei bis drei Wochen sollten es schon sein, um das Füllhorn sehenswerter Städte, Momente und Ansichten auf vorteilhafte Weise halbwegs auszuschöpfen.
Dazu einige Reiseanregungen: Entlang historischer Routen zur Oasenstadt Bikaner, hoch auf einem Felsplateau über der Wüste Jaisalmer mit imposanter Stadtmauer, malerischer Altstadt und den Sanddünen von Sam. Das fabelhafte Kleinod Bundi in einer Talsenke des Aravalli-Gebirges, atemberaubendes Stadtbild und spektakuläre Architektur. Das legendäre Pushkar am gleichnamigen See, alter Rastplatz für Karawanen am Rande der Thar-Wüste, heilige Wallfahrtsstätte der Hindus: Ghats (Badetreppen) und Tempel.
Berühmt der mehrtägige farbenprächtige Kamelmarkt Ende Oktober, Anfang November: Ein gigantisches Volksfest hunderttausender Menschen. Die „Blaue Stadt“ Jodhpur, Ausweis und Privileg im Zeichen der Brahmanen. Agra und das Taj Mahal, Synonym für ganz Indien, Meisterwerk der Mogularchitektur. Jaipur und die pinkfarbene Scheinfassade des Palasts der Winde. Abgerundet durch malerische Sonnenuntergänge, unglaubliche Sternenhimmel. Logieren in mächtigen Forts und historischen Wohn-/Handelshäusern, Finessen indischer Kochkunst.
Und irgendwo vielleicht auch noch einer der zahlreichen bunten Umzüge und Feiern. Reiseverlauf gemäß Programmentwurf oder nach Wunsch und persönlichen Vorstellungen. Vorbehaltlich Verfügbarkeit. Reisebeginn und Ausklang in Delhi. Unterbringung in stilvollen Hotels der Mittelklasse, teilweise „Heritage Häuser“, eventuell auch in einem Wüstencamp (nicht im August). Frühstück und weitere Mahlzeiten. Transfers, Rundreise und Exkursionen in landesüblichen Fahrzeugen. Wechselnde örtliche, englischsprachige Fahrer/Reiseleiter bei Privatreisen, durchgehende deutschsprachige Reiseleitung bei Kleingruppen möglich.. Reisepreis: Je nach Saison und Unterkunftsstandard. Reisetermine (Oktober/November bis März/April): Privatreise täglich nach Wunsch und Verfügbarkeit, Kleingruppenreise nach Absprache.
Der südliche Teil Indiens tickt anders. Der Alltag wirkt ruhiger, weniger hektisch und nicht so laut, vergleichsweise entspannter, mit mehr Muße. Die Vegetation scheint üppiger, die Zugehörigkeit zum Tropengürtel wirkt. Tradition und Religion prägen das Leben auch im Süden. Doch gerade die letzten Dekaden schafften eine enorme Zukunftsorientierung und Wirtschaftsentwicklung, beispielhaft nachvollziehbar an der Mega-Stadt Bangalore, dem „indischen Silcon-Valley“. Erstaunlich außerdem der Werdegang jener Landstriche, die ein Stück ganz eigene Kolonialgeschichte schrieben.
Zwar ohne berühmte Namen, brauchen sich die Naturparks im Süden mit ihren Schätzen nicht hinter dem Norden zu verstecken. Der Reisevorschlag macht vor allem mit zwei Bundesstaaten bekannt, Kerala und Tamil Nadu. Kaum in Trivandrum (Thiruvananthapuram) unweit der Südspitze Indiens gelandet, beginnen schon die verwunschenen Landschaften, Vishnu-Tempel, überbordenden Paläste, magisch farbenfrohe Orte und Schutzgebiete, die teilweise so aussehen, als wären sie aus dem Bilderbuch einbestellt.
Mit der Hafenstadt Cochin (Kochi), ihren Inseln und Halbinseln, endet die Reise. Europas erste Gründung an der Malabarküste. Der lukrative Gewürzhandel der Portugiesen trug erheblich zum Aufstieg der „kleinen Lagune“ (malaiisch, chinesisch) bei. Dazwischen im Hochland sorgsam gepflegte Plantagentradition (Tee, Gewürze, Gummi). Der Periyar Nationalpark (777 km²) in den Bergen des Westghat, artenreiches Schutzgebiet und Tigerreservat. Unberührter Regenwald (Dschungel = Jangal in Hindi) und ausgedehnte Hochebenen, Elefanten, Gaur, Sambarhirsche, Nilgri-Tahre und eben auch Bengal-Tiger.
Die Tempelstadt Madurai, eine der ältesten Gründungen Südindiens Das wirklich traumhafte Wasserlabyrinth der Backwaters. Im Hausboot (Übernachtung an Bord) durch Lagunen und palmengesäumte Kanäle. Bilder idyllischer südindischer Landkultur. Abseits vielbefahrener Reisewege. Ein unvergleichliches Erlebnis. Zwei bis zweieinhalb Aufenthaltswochen sollten es bei Südindien schon sein. Vorgesehene Reiseroute: Trivandrum, Kanya Kumari (Südkap Indiens), Kumarakom, Backwaters, Periyar Nationalpark, Madurai, Nilgiri Berge, Munnar, Rajamalai Naturreservat (Heimat der Nilgiri-Thars, seltener indischer Wildziegen), Mararikulam, Cochin.
Durchführung als Privatreise (2 Personen) oder in einer Kleingruppe (6 bis 8 Personen). Vorgegebene Unterkünfte oder individuell von solider Mittelklasse bis Luxuskategorie. Verpflegung: Frühstück und weitere Mahlzeiten laut Ausschreibung. Eintritte, Transfers, Rundreise in landesblichen Fahrzeugen, Pirschfahrten im offenen Geländewagen. Wechselnde englischsprachige Fahrer/Reiseleiter bei Privatreisen, durchgehende deutschsprachige Reiseleitung bei Kleingruppen möglich.. Reisepreis: Je nach Saison und Unterkunftsstandard. Reisetermine (Saisonal): Privatreise täglich nach Wunsch und Verfügbarkeit; Kleingruppenreise nach Absprache.
Das kaum bekannte Korallenarchipel (32 km²) rund 300 Kilometer vor der Malabarküste verspricht Tauchern und Unterwasserfotografen ungeahnte Möglichkeiten. Lakshadweep in der Landessprache besteht aus sechsunddreißig Riffen und Eilanden. Davon neun bewohnt. Heimat von knapp 40.000 Menschen, Moplahs, Nachfahren von Indern und Arabern, die aufgrund der Abgeschiedenheit ihre überkommene Lebensweise weitgehend bewahren konnten. Feine weiße Sandstrände, das Wasser intensiv türkis.
Kokospalmen in sanfter Brise. Seichte Lagunen, Atolle und Riffe, die abrupt Hunderte von Metern abfallen. Eine wunderschöne Welt. Eine Galavorstellung aus dem Drehbuch der Natur. Für internationale Gäste allerdings sind nur vier Inseln zugänglich, wenn überhaupt. Durch die indische Zentralregierung in Delhi streng limitiert. Nur mit einer Sondergenehmigung (Special Permit) zum Reisepass und Touristenvisum erreichbar. Darunter Agatti, Bangaram und Kadmat.
Bei der Erteilung spielen Ökologie und Nachhaltigkeit eine gewichtige Rolle. Die insularen Kleinode mit ihren bildhübschen Stränden, Tieren und Pflanzen, reagieren auf Eingriffe sehr empfindlich. Kulturelle Einwirkungen von außen würden zudem unerwünschte Einflüsse auf die Insulaner mit sich bringen. Die Lakkadiven sind ein Luxus an sich, ein rares Gut, das es zu bewahren gilt. Geprägt durch die Nähe zum Äquator und den Monsun (Mai bis Ende September). Die statistischen Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 27° und 32° C Grad.
Als beste Reisemonate gelten Ende Oktober bis Anfang Mai. . Vorerst ist nur Bangaram für nicht-indische Besucher freigegeben. Von winzigen Eilanden umgeben punktet die Insel mit einer Lagune und feinstem Sandstrand. Kokosplanzungen rahmen das Binnengewässer. Die Bewohner betreiben Gemüseanbau und Fischfang. Reis kommt vom Festland im Tausch gegen Kopra. Die verwandten Holzboote lassen aufgrund ihrer Bauart Rückschlüsse auf ihre originäre Herkunft zu. Auf Bangaram Island steht das einzige Resort der Lakkadiven, das internationalen Standards entspricht.
Mit Restaurant, Tauchschule und Exkursionsangeboten. Fehlten da nicht einige Voraussetzungen, hätte auch Kadmat Island einiges zu bieten. Die Postkartenlagune, wiegenden Palmen, weiten Strände und bunten Riffe zaubern eine geradezu spirituelle Atmosphäre.
Im geheimnisvollen, weitverästelten Flussdelta von Ganges, Brahmaputra und Meghua erstrecken sich die größten Mangrovenwälder der Erde (10.000 km²). Die Sunderbans („schöner Wald“), das amphibische Wasserreich zwischen Ostindien (4.000 km“) und Bangladesch (6.000 km²). Eine magische Schatztruhe der Natur. Im ewigen Wandel der Gezeiten. Ein Labyrinth aus Lagunen, Kanälen, Rinnsalen, über hundert Inseln und unwirklichen Feuchtwüstungen. Der Kernbereich auf indischer Seite (1.330 km²) ist seit 1973 Nationalpark.
Er wurde 1987 als Welterbe und 2001 zusätzlich noch als Biosphärenreservat ausgezeichnet. Im benachbarten Bangladesch bestehen drei Schutzgebiete, die seit 1997 ebenfalls zum Welterbe zählen. Obschon für eine menschliche Besiedlung eher ungeeignet, verteilen sich im Delta kleine Dörfer, deren Bewohner vom Fisch- und Garnelenfang leben, saisonal auch vom Honigsammeln. Die fast weglose Landschaft ist nur per Boot zugänglich. Ein wertvoller Rückzugsraum vieler Pflanzen, Bäume (Sundari Bambus), Fische, Vögel und Wildtiere, wie etwa Bindenwarane, Pythons, Flussdelphine, Hirsche und Wildschweine, die sich in dieser Umgebung wohlfühlen.
Herrscher der Sunderbans aber ist Bengalische Königstiger, berühmte und gefürchtet gleichermaßen. Er streift durch die Region, hinterlässt seine Spuren. Aber nirgendwo gelingt es so selten, ihn zu Gesicht zu bekommen. Viele Kilometer legt er schwimmend zurück. Für hier eine ideal einsetzbare Fähigkeit. Etwas kleiner und schlanker als sonst ist die Raubkatze wegen ihrer Attacken auf Menschen besonders berüchtigt. Jährlich mehr als zwei Duzend Male, oft mit tödlichem Ausgang (Maneater / Menschenfresser).
Betroffen sind meist Fischer und Sammler, Feuerholz, Waldfrüchte und Wildhonig, die vom Tiger im Wasser und dichten Dschungel geschickt verfolgt und plötzlich angegriffen werden. Eine Zeitlang erwiesen sich auf dem Hinterkopf getragene Gesichtsmasken als effektiver Schutz, den Tiger zu täuschen, da er seine Opfer stets von rückwärts anspringt. Die Großkatzen durchschauten den Trick aber schnell. Eine garantierte Methode zu Abwehr steht bis heute noch aus. Manche beten zur lokalen Gottheit Bonibibi.
Was den Tiger zur Menschenjagd bringt, beruht auf Thesen und Theorien. Etwa der Genuss von Salz-/Brackwasser. Das tradierte Verfahren mit Senknetzen und dressierten Fischottern, die dort ihren Nachwuchs großziehen, ihren Spieltrieb ausleben und so den Tiger in eine Falle locken, setzt letztlich auch nur auf Zufallstreffer. Auf den Punkt bringt es der Roman „Hunger der Gezeiten“ von Amitav Gosh. Er beschreibt die Sunderbans als fragiles Ganzes, als einen natürlichen Schatz zum Nutzen der Menschen, Tiere und Pflanzen.
Die Ketten von über zweihundert dicht bewaldeten Tropeninseln halbwegs zwischen Indien und Myanmar kommt der Utopie eines Garten Eden ziemlich nahe. Fast zu schön, um wahr zu sein. Ein Traum, der 1.200 Kilometer südöstlich von Kalkutta (Kokata) und 300 Kilometer südwestlich von Kap Negrais (Myanmar) wahr werden kann. Indiens entlegenster Außenposten. Ein paradiesische Verlockung für Entdeckernaturen. Mit den Nikobaren weiter im Süden als Unionsterritorium direkt der Zentralregierung in Delhi unterstellt.
Um dorthin zu kommen, bedarf es einer Sondererlaubnis (RAP - Restricted Area Permit), die mit Einholung des Indien-Visums beantragt werden kann. Die Nikobaren sind selbst für indische Nichtinsulaner nur mit Hindernissen betretbar. Rund 350.000 Menschen verteilen sich auf sechsunddreißig der 208 Inseln des Archipels, nur wenige sind für auswärtige Gäste zugänglich. Das Gros der Bewohner sind Zuwanderer, gut zehn Prozent indigene Völker wie Onge, Andamanese, Jarawa oder Nicobarese.
Die Andamanen (Landfläche insgesamt 6.408 km²) geizen nicht mit ihren Reizen: Üppig-grüne Eilande, Strände aus schneeweißem Korallensand, Kokospalmen, glasklare Lagunen, türkisfarbenes Meer, Mangroven, Fischgründe und Korallenbänke, eine farbenprächtige Unterwasserwelt. von bezaubernder Schönheit. Auf Havelock Island kann mit Elefanten abgetaucht werden, die gerne ihren Rüssel als Schnorchel demonstrieren. Wohltuend die Gemütsruhe und Heiterkeit der Bevölkerung fernab aller Hektik.
Die Inselgruppe war schon arabischen Seefahrern im Mittelalter bekannt, wurde aber weder erforscht noch erobert. Sie führte ein Schattendasein auf den Weltkarten maritimer Nationen. Zahlreiche Mythen rankten sich um die Inseln. Als Heimat wolfsköpfiger Fabelwesen beschrieb das Pariser „Buch der Wunder“ im 15. Jahrhundert fantasievoll die verborgenen Eilande. Was die Dänen ab 1756 jedoch nicht davon abhielt, Ansprüche auf die Nikobaren zu erheben. Österreich betrachtete die Inseln 1778 bis 1784 als Kolonie ihres Kaiserreichs.
Währenddessen hatten die zentralindischen Marathen das Archipel unauffällig annektiert, mussten ihrerseits aber 1789 der Britischen Ostindien-Kompanie weichen. Eine bewegte Geschichte. Im Zweiten Weltkrieg kamen die Japaner; die Inselkette besaß militärstrategische Bedeutung. Die Briten nutzten das Archipel als Verbannungsort für Langzeitsträflinge. Davon zeugt das einst berüchtigte Cellular Jail in Port Blair, das als eines der ersten Gefängnisse Einzelzellen besaß (Nationaldenkmal).
Einige Inseln bauen außer Tee auch Kokosnüsse, Mangos, Brotfrüchte und Kürbisse an. Die Hauptstadt Port Blair (108.000 Einwohner) auf South Andaman Island ist von Kalkutta (Kolkata) oder Chennai in etwa zwei Flugstunden zu erreichen. Der Fähr- und Seehafen der Stadt dient als Tor zu den Inseln, die Schiffs-/Bootsverbindungen anbieten. Das Klima ist tropisch mit hoher Luftfeuchtigkeit und Werten zwischen 23°C und 30°C. Angenehmste Reisezeit von Dezember bis April/Mai.
Lage, Größe und Landschaftsrelief ergeben ein sehr unterschiedliches Klimabild. Irgendwo hat Indien immer Saison. Von den Bergregionen abgesehen herrscht in Nord- und Zentralindien vornehmlich subtropisches Kontinentalklima, entlang der Küsten und im Süden ein stärker maritim geprägtes Tropenklima. Im Norden allerdings mit teils deutlichen Temperaturschwankungen im Jahresverlauf. In den nördlichen Tiefebenen liegen die Werte gerade mal bei 10° bis 15°C im Dezember und Januar, in den heißesten Monaten Mitte April bis Juni jedoch bei 40° bis über 50°C.
Im Süden ist es dagegen ganzjährig relativ konstant warm. Der Indische Monsun beeinflusst die Niederschläge landesweit. Die Regenzeit beginnt vom Südosten nach Nordwesten etwa Anfang Juni und endet gegen Ende September. Erdrutsche und Überschwemmungen sind keine Seltenheit. Die heftigsten Regengüsse fallen an der Westküste, den Westghats, an den Flanken des Himalayas und in Nordostindien. Durch feuchte Luftströmungen über dem Golf von Bengalen sind im Südosten auch noch zwischen September bis Dezember Zyklone und Stürme möglich, in der Bucht von Bengalen von April bis Juni.
Im Oktober beginnt die Wintersaison oder Trockenzeit, die bis März/Anfang April reicht. Mit Werten tagsüber von durchschnittlich 25° bis 30°C. Im Himalaya wird es dann jedoch richtig kalt. Minusgrade bis tief unter dem Gefrierpunkt sind normal. Als vorteilhafte Reisezeit im Hochgebirge (Kaschmir, Ladakh, Himachal Pradesh) gelten April/Mai bis September, für die übrigen Landesteile Oktober/November (nachts sehr kühl, tagsüber frisch) bis Ende März (bevorzugt Januar bis Ende März). Zur Einreise benötigen deutsche Staatsangehörige einen Reisepass mit sechs Monaten Mindestgültigkeitsdauer über das Reiseende hinaus.
Ausländische Reisende müssen zudem online frühstens 72 Stunden vor Ankunft ein digitales Einreiseformular (E-Arrival Card) ausfüllen, das auf dem Smartphone das bisherige Papierformular ersetzt. Außerdem ist eine elektronische Gesundheitserklärung (Air Suvidha Selbsterklärung) frühestens 24 Stunden vor dem Boarding oder parallel zum Web-Check-in abzugeben. Beides ersetzt kein Visum, das nach wie vor notwendig ist und gebührenpflichtig rechtzeitig vor dem Einreisetermin (spätestens vier Tage vorher) online oder bei einer indischen Auslandsvertretung beantragt werden kann.
Eine Visaerteilung bei Einreise (on arrival) gibt es nicht. Die Gültigkeitsdauer des regulären Touristen-E-Visums beträgt 365 Tage ab Ausstellungsdatum und berechtigt zu einem Aufenthalt von 90 Tage je Besuch. Mehrfacheinreisen (multiple entry visa) sind in der Regel sind möglich. Auf Verlangen muss ein Ausdruck der Electronic Travel Authorization (ETA) bei Ankunft vorgezeigt werden können. Für einige Regionen Indiens (restricted areas) bestehen zusätzlich noch Sonderregelungen.
Bei Direkteinreise aus Mitteleuropa sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Die auch hierzulande übliche Grundimmunisierung sollte vorhanden sein, je nach Zielgebiet eventuell auch ein Tollwutimpfschutz. Angeraten ist die Mitnahme des Internationalen Impfausweises und unbedingt auch der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung. Amtssprachen der indischen Union sind Hindi und Englisch. Außerdem gibt es 21 weitere offiziell anerkannte Sprachen ethnischer Minderheiten mit regionaler Verbreitung.