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Polen

Polen Naturreise

Nordpolen: Danzig, Ostsee und Masuren. Natur- und Kulturschätze. Über Jahrhunderte Schauplatz bedeutender geschichtlicher Entwicklungen. Ermland, West- und Ostpreußen. Den „beschäftigungslosen“ Rittern des Deutschen Ordens nach Ende ihrer Kreuzzüge zur Entwicklung und Besiedlung überlassen. Nicht ohne Reibereien mit den Nachbarn.

In der Folge bis zur Jetztzeit eine Region zahlreicher Herrschaftswechsel, kultureller Einflüsse und politischer Umwälzungen. Mit vielfältigen Auswirkungen auf die Städte und Landschaften, die dort gegründet und erschlossen worden waren. Geschichte und Geschichten. Teil des europäischen Erbes. Unbedingt lohnend.

🌊 Nordpolen: Bernsteinküste, Haff und Masuren

Danzig Ostsee Masuren

Zum Auftakt die Bernsteinküste, das Frische Haff (Zalew Wiślany), der Seehafen Elbing (Elbląg), der Oberländische Kanal (Kanał Elbląski) mit seinem genialen Schiffshebewerk, der Domberg von Frauenburg (Frombork), Wirkstätte von Nikolaus Kopernikus. Backsteingotik und Klosterburgen.

Im Hinterland die Suwałki Wald- und Seenplatte, verträumte Buchten, Feuchtbiotope. Wigry Nationalpark (Wigierski Park Narodowy), das Augustów Paddelrevier (Kanal Augustowski). Sanft-hügelig das Biosphärenreservat Masurische Seen. Fichten- und Kiefernwälder. Viel Natur. Mittendrin: Krutinnen (Krutyń), bevorzugte Adresse für Kanuten und Stocherkahnfahrten.

Die stille Klosteranlage der russisch-orthodoxen Altgläubigen in Eckersdorf (Wojnowo). Am Spirding See (Jez. Śniardwy) die belebte Sommerfrische Nikolaiken (Mikołajki), benannt nach dem Schutzpatron der Fischer und Segler.

Die schöne mittelalterliche Hansestadt Thorn (Toruń) verdankte ihre Blüte der Weichsel, die damals von der Ostsee her noch schiffbar war. Lange die mächtigste Festungsanlage Europas, gilt Marienburg (Malbork), Sitz des Deutschen Ordens und der polnischen Könige, als Meisterwerk spätgotischer Baukunst am Nogatufer. Zu guter Letzt Danzig (Gdańsk), Hafenstadt und literarische Bühne der „Blechtrommel“-Trilogie von Günter Grass. Das detailgetreu wieder aufgebaute älteste Viertel (Główne Miasto) ist eine Augenweide. Villen im Sezessionsstil und klassizistische Palais schmücken das benachbarte Seebad Zoppot (Sopot). Ein Klassiker mondäner Ostsee-Architektur.

Ein umfassender Reisevorschlag für Individualreisende und Kleingruppen gleichermaßen. Zwei bis drei Wochen sollten es schon sein. Bei weniger Zeit etwa mit der Ostsee beginnen und bei Gelegenheit die Masuren folgen lassen. Am besten zwischen Ende April und Mitte Oktober. So oder so: Zu sehen gibt es mehr als genug.

🦬 Ostpolen: Biebrzański und Białowieża Nationalparks

Schatzkammern der Natur. Viel weiter östlich reicht Polen nicht. Die riesigen Biebrza- und Narew-Flussauen nordwestlich von Białystok in der Woiwodschaft Podlaskie sind ein Vogelrefugium von internationalem Rang. Am Übergang von atlantischem zu kontinentalem Klima, von westlicher und asiatischer Tier- und Pflanzenwelt, liegt Polens größte Sumpf- und Torfmoorlandschaft. Über 160 Brutvogelarten, dazu Biber, Otter und Elche, lassen sich hier beobachten.

Wander- und Radfahrwege sowie reizvolle Kanu-Wasserwege erschließen das Gelände. Am Dorfrand von Osowiec-Twierdza befindet sich der Hauptsitz der Parkverwaltung.

In der Puszcza Białowieska sagen sich nicht nur Fuchs und Hase gute Nacht. Auch Luchs, Wolf, Tarpane und Wisente leben hier. Rund 400 der zotteligen Schwergewichte finden sich auf polnischer Seite des Białowieża Nationalparks dicht an der Grenze zu Belarus. Eine Region mit jahrhundertealten Hainbuchenwäldern, sehr dünn besiedelt und landwirtschaftlich nur extensiv genutzt.

Białowieża Nationalpark. Europas Amazonien.

Eine Schatztruhe entlang der polnisch-weißrussischen Grenze. Weltnaturerbe. Biosphärenreservat. Vielgestaltig und artenreich. Letzter Tiefland Urwald Europas. Ganz vorne unter den Wildnissen. Rund 250 Kilometer östlich von Warschau und 340 Kilometer südwestlich von Minsks schützt der Białowieża Nationalpark einen Teil des flachen zentraleuropäischen Weichselbeckens (145/202 m NN), das zugleich die Wasserscheide zwischen Ostsee und Schwarzem Meer bildet. Eingebettet in die Bialowiezer Heide und von mehreren Flüssen (Hwoźna, Leśna, Łutownia und Narewka) durchzogen, nimmt der Nationalpark auf polnischer Seite nur einen Teil der grenzüberschreitenden Gesamtfläche (1.500 km²) ein. Ein Drittel (630 km²) gehört zu Polen. Knapp die Hälfte (47 km² ) des Nationalparks (105 km²) ist als „Strenges Schutzgebiet“ ausgewiesen, das nur mit Führern auf festen Routen betreten werden darf. Eingriffe innerhalb des Parks sind stark eingeschränkt, obschon die Entnahme von wertvollem Altholz immer noch praktiziert wird.
Bialowieza wurde als erster Nationalpark Polens 1923 gegründet. Die biologische Vielfalt ist beeindruckend. Das Besucherzentrum im gleichnamigen Dorf zeigt eine multimedialer Ausstellung der Tier- und Pflanzenwelt. Zu Beginn der Neuzeit galt der ausgedehnte Mischwald-/Heidekomplex als eines der letzten Rückzugsgebiete des Wisents, inzwischen das Symbol des Parks. Als sich 1921 auch die letzten Spuren freilebender Tiere verloren hatten, konnten ab 1956 dank der Nachzucht mehrerer Zoos und Zoologischer Gärten, die in Europa noch geringe Bestände besaßen, erste Wildrinder wieder ausgesetzt werden. Mittlerweile besteht eine stabile Population von ungefähr 450 Tieren. Insgesamt 50 Säugetierarten wie Wölfe, Luchse, Elche, Hirsche, Rehwild, Marderhund, Dachs und Biber sind hier zu Hause. Bialowieza beherbergt erstaunliche 12.000 Tierarten (manche Experten gehen sogar von 15.000 meist Wirbelosen wie Weichtiere, Spinnen, Insekten aus), darunter viele seltene oder bedrohte Arten.
Vogelkundler konnten 154 Brutvogel- und 120 Waldvogelarten nachweisen, unter anderen neun Spechtarten (Weißrückenspecht, Dreizehenspecht), sieben Eulenarten, Schwarzstorch, Schrei- und Schlangenadler, Blauracke, Rotdrosseln und Zwergschnäpper. Bis heute ist in den offenen, landwirtschaftlich extensiv genutzten Auelandschaften das berühmte "Ätsch" des Balzgesanges der bedrohten Doppelschnepfe zu hören. Andere Wiesenvogelarten wie der Wachtelkönig sind ebenfalls noch ausgesprochen zahlreich vertreten.
Die Pflanzenwelt umfasst 26 Baumarten (46 Prozent Eichen-Linden-Hainbuchenwald, 24 Prozent gemischter Nadelwald mit Kiefern und Fichten), 1000 Arten an Gefäßpflanzen, Orchideen, 3.500 Pilzarten, 308 Moos- und Lebermoosarten. 330 Flechtenarten wurden beschrieben. 1826 verfasste der polnische Generalforstmeister Julius von den Brinken die erste ausführliche Beschreibung des Gebietes.
Im Park stehen auch mehrere lebende Naturdenkmäler wie die Dominator Eiche, die Herrscher des Nordens und Südens, die Jagiello und Kongress Eiche, der König von Nieznanowa, die Tonnen Eiche und Zar Eiche. Gut erhaltene Hügelgräber deuten auf eine frühe Besiedlung dieser Mischwaldregion hin, die sich vor Tausenden von Jahren durchgehend von der Ostsee bis zum schwarzen Meer erstreckte. In Białowieża haben die Urwälder alle Zeiten überstanden, ragen Baumriesen bis zu 50 Meter in den Himmel empor. Einige Eichen sind über 400 Jahre alt. Die Vielfalt der Natur hat viele Geheimnisse. Eines ist sicherlich der Wechsel von trocken und nass, von versumpften Stellen zu höhergelegenen Inseln, von undurchdringlichen Kiefernmooren zu offenen Flusstälern. Nationalpark und Biosphärenreservat Bialowieza bewahren einen natürlichen Reichtum von unschätzbaren Wert, der in Europa seinesgleichen sucht. Der Besuch der Kernzone ist nur organisiert unter Leitung befugter Führer möglich. Rad- und Fußwege unterschiedlicher Länge, ein Beobachtungsturm im Narewka Tal, das Wisentgehege und das Naturgeschichtliche Museum bieten zahlreiche Erkundungsmöglichkeiten.

Fahrten mit der Pferdekutsche, Wander- und Radwege, etwa entlang der „Wolfsroute“ oder „Jägertrasse“, verschaffen erste Eindrücke. Das Parkbesucherzentrum vermittelt Führungen in die geschützte Zone, die anders nicht erkundet werden darf.

Die munterste Zeit der Vogelwelt beginnt im Frühjahr. Auch der Herbst erlaubt spannende Sichtungen. Zugefrorene Wiesen und verwunschene Erlenbruchwälder sorgen in Wintermonaten für eine besondere Atmosphäre. Für Privatreisende und Kleingruppen gleichermaßen.

⛰ Südpolen: Schlesien und Galizien

Landschaften und Geschichte. Geografisch und kulturhistorisch auf der Nahtstelle zwischen West- und Osteuropa. Ein Stelldichein berühmter und unbekannter Namen, Traditionen, geschützter Naturlandschaften und architektonischer Glanzlichter. Vielfach Welterbestätten.

Da sind die Königsstädte Breslau und Krakau, das gepflegte Waldenburger Bergland (Góry Wałbrzyskie), die legendäre Festung Silberberg (Twierdza Srebrnogórska), auch „Schlesisches Gibraltar“ genannt. Mit Panoramablick auf die Sudeten. Ein Sehnsuchtsort der Romantik. Das Hirschberger Tal. Schlösser, Parks und Herrenhäuser. Überragt vom Weiß der Schneekoppe oder Śnieżka (1.603 m NN). Dort wohnt Rübezahl, launischer Berggeist des Riesengebirges. Oft von Wolken bemützt.

Unter Tage das Salzbergwerk von Wieliczka, Stollen, Grotten, kunstvolle Skulpturen, die Kapelle der Heiligen Kinga, Fußboden, Altäre bis Kronleuchter komplett aus Salz. Tschenstochau (Częstochowa), spirituelle Hochburg des Landes, das Gnadenbild der Schwarzen Madonna. Jährlich Ziel von Millionen Pilgern.

Wer kennt schon Galizien (Galicja)? Randgebiet der KuK-Monarchie, damals von enormer ethnischer Vielfalt, Sprachen und Konfessionen. Heute Kleinpolen (Małopolska). Nach wie vor dünn besiedelt, reich an kulturellen und landschaftlichen Besonderheiten. Der Bieszczady Park Narodowy, Nationalpark und Biosphärenreservat der Waldkarpaten im Dreiländereck Polen, Ukraine und Slowakei, gehört zu den ursprünglichsten Gebirgslandschaften Europas. Große Buchen- und Tannenbestände, grasbewachsene Almen, seltene Vogel- und Wildtierarten, durch Wanderwege gut erschlossen.

Holzkirchen der Bojken und Lemken in Bystre, Smolnik und Komańcza erinnern an jene Volksgruppen, die bis 1947 hier lebten. Gotische und barocke Kirchenbauten prägen die Silhouette der Grenzstadt Przemyśl, einer der ältesten Städte Polens. Der Talort Sanok besitzt eines der größten Freilichtmuseen Europas. Unweit der Niederen Beskiden am Ropa-Fluss pflegt die alte Handelsstadt Biecz ihre einzigartige Architektur. Im Mittelalter Sitz einer Henkersschule. In beiden Weltkriegen Schauplatz erbitterter Kämpfe.

Stadt und Umland lassen sich zu Fuß oder per Fahrrad bestens erkunden. Reizvoll der Marktplatz des Städtchens Stary Sącz mit seinen Wohnhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Zu einem interaktiven Rundgang durch die Habsburger Brauereigeschichte lädt das Museum in Saybusch (Żywiec) ein, Verkostung im hauseigenen Bierlokal inbegriffen. Dank Skisport und Präsidentenschlösschen hat der Kurort Weichsel (Wisła) einen gewissen Bekanntheitsgrad. Jugendstilfassaden trugen Bielitz (Bielsko-Biała) den Beinamen „Klein-Wien“ ein.

Eine Auswahl. Der Süden Polens hält mit Erlebnissen und Entdeckungen nicht zurück. Hier findet sich alles außer Meer. Ein Füllhorn kulturhistorischer Höhepunkte und eine Vielzahl an Naturschönheiten. Ein Ganzjahresziel, Hauptsaison Frühjahr bis Herbst. Individuell oder in kleiner Gruppe. Einwöchige Rundreisen, entschleunigt auch länger. Standortreisen, wenn und wo sich das ergibt.

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