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Nepal / Bhutan

Natur, Götter und Legenden am Dach der Welt.

Im Norden begrenzt von Tibet und den eisigen Gipfeln des Himalaya, nach Süden zu Indien geprägt von dichtem Dschungelgrün, gehören Nepal (30 Mio. Einwohner / 147.516 km²) und das Königreich Bhutan (38.394 km² / 777.224 Einwohner) zu den herausragendsten Ländern Vorderindiens. Im Vergleich zu ihren gemeinsamen Nachbarn China und Indien nur kleine Staaten, die ihre Geschichte, ihre Natur, ihre Traditionen und Unabhängigkeit aber bewahren konnten. Woran die weitgehende Abgeschiedenheit bis Mitte des vorletzten Jahrhunderts wohl wesentlichen Anteil gehabt hat. Beide Länder schauen selbstbewusst nach vorne, entwickeln und öffnen sich.

Nepal

Landschaft in Nepal

Nepal besitzt ein extrem ausgeprägtes Landschaftsrelief, unterschiedliche Klimabereiche und einen erstaunlichen Tier- und Pflanzenreichtum. Acht der vierzehn Achttausender der Erde befinden sich in Nepal. Auch der Mount Everest (8.848 m NN), der höchste aller Berge. Zu Füßen der stets schneebedeckten Felsriesen unterhalb von 3.000 Höhenmetern erstreckt sich die „Hill Zone“, ein Korridor aus Mittelgebirgen und Längsplateaus im Wechsel gemäßigter Jahreszeiten. Hier liegen die Hauptstadt Kathmandu und das Königstal. Eine Zusammenschau mittelalterlicher Architektur, buddhistischer und hinduistischer Heiligtümer (Welterbe), Höhepunkte nepalesischer Kunst, umgeben von Kiefernwäldern, Reisfeldern und reizvollen Ausblicken.

Pokhara (320.000 Einwohner / 830 m NN) an den Südausläufern des Annapurna-Massivs ziemlich in der geografischen Mitte Nepals verzaubert mit Bilderbuchansichten, Farben, Stupas, Denkmälern, Wanderwegen und gastfreundlichen Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Wildtier im Terai-Tiefland in Nepal

Subtropisch zeigt sich das „Terai“, die Wald- und Grasniederungen entlang der Grenze zu Indien. Dem letzten verbliebenen Stück Dschungel, Heimat des Chitwan Nationalparks und des bedrohten Panzernashorns. Zu den wichtigsten Wallfahrtsorten Asiens zählt Lumbini, die Geburtsstätte Buddhas im nepalesischen Tiefland, umgeben von einer weitläufigen, sorgsam gepflegten Parkanlage.

Von den Ebenen bis zu den nördlichen Hochwüsten beherbergt Nepal erstaunliche 6.500 Busch-, Baum- und Blumenarten, etwa 800 Vogelarten, Reptilien, 30 größere und 80 kleinere Säugetierarten von Affen, Hirschen, Rehen, Elefanten, Leoparden und Tiger, deren Bestand sich im letzten Jahrzehnt verdreifacht hat. Sehr selten und gefährdet sind Bären und Schneeleoparden, die noch am Annapurna vorkommen sollen. Als Nutztiere hingegen bieten Yak (weiblich: Nak) und Dschok-pa (Kreuzung aus Yak und Kuh) einen mancherorts eher vertrauten Anblick.

Bhutan

Bhutan und Himalaya

Im östlichen Himalaya versucht Bhutan den vorsichtigen Spagat. Religion und Spiritualität vor allzu schnellen Veränderungen zu bewahren, ohne die Moderne gänzlich fernzuhalten. Kleiner als die Schweiz, hat sich das „Land des Donnerdrachens“ eine gewisse Exklusivität bewahrt. Eine Art romantische Verklärung des märchenhaft empfundenen Shangri-La, wenn es das irgendwo auf der Erde überhaupt gibt. Die majestätischen Berge, bezaubernden Täler und Grünoasen, die trutzigen Felsenklöster (Dzongs) und der allgegenwärtige Lamaismus sprechen für sich. Stets ein besonderes Ereignis sind die von Mönchen aufgeführten rituellen Maskentänze (Tsechus), deren Ursprünge bis ins 9. Jahrhundert zu Lebzeiten von Guru Rinpoche (Wiedergeburt Buddhas) zurückreichen.

Die Hauptstadt Thimphu ist das Zuhause der hoch verehrten Königsfamilie, das Taktsang Kloster (Tigernest) die Visitenkarte des Landes. Die heilige Stätte schwebt spektakulär und scheinbar schwerelos über dem Paro-Tal, der Reiskammer Bhutans. Eine anspruchsvolle, landschaftlich reizvolle Wanderung durch Laub- und Kiefernwälder (ca. 3 Stunden pro Weg) führt hinauf zum Pilgerort, den jeder Buddhist einmal in seinem Leben besucht haben soll.

In Bhutan besitzt das Glück der Menschen Verfassungsrang (Bruttonationalglück). Verankert im Glauben, dass Allem eine göttliche Seele innewohnt, dass Weisheit viele Namen hat. Die Wälder (über sechzig Prozent des Landes) sollen auf ewig bewahrt, die natürlichen Schätze dauerhaft erhalten bleiben. Bhutan zählt zu den zehn „World’s top bio-diversity hotspots“. Winzige Bergblumen, Enzian, Edelweiß, fünfzig Rhododendren, Magnolien, sechshundert Orchideen und dreihundert Heilpflanzen umfasst die Botanik, über 7.000 insgesamt. Weitaus seltener lassen sich Wildtiere entdecken; ihre Spuren schon. Languren, Damwild, Elefanten, Nashörner, Bären, Wölfe und Großkatzen. 640 Vogelarten sind nachgewiesen, Zugvögel und 580 heimische Vertreter wie Nashornvögel, Adler oder die bedrohten Schwarzhalskraniche, die hier überwintern.

Unterwegs zu Füßen der Eisriesen des Himalaya. Landschaftskulissen vom Feinsten. Zwei Länder, die niemals in kolonialer Abhängigkeit zu einer europäischen Großmacht standen. Da wäre eine Wander- und Aktivreise der geeignete Ansatz, den natürlichen und kulturellen Höhepunkten Nepals und Bhutans einzeln oder kombiniert zu begegnen, den Bewohnern und ihren Traditionen entsprechenden Respekt und Achtung entgegenzubringen. Wobei zweieinhalb Wochen nicht verkehrt wären, bestimmt bei einer Kombinationsreise. In kleiner Gruppe oder individuell.

Wichtiges und Wissenswertes Auf einen Blick

Nepal und Bhutan liegen im Einzugsbereich des Monsuns, der im Sommer Ende Mai bis September/Oktober mit starken Regenfällen (Sturzfluten, Erdrutschen) und schwülheißen Temperaturen aufwartet. Für Trekkingtouren und Wanderungen im alpinen Gelände besonders gerade in den Übergangsperioden (feucht/trocken) eine ernste Gefahr. Das Klima an sich fällt in beiden Ländern je nach Saison und Höhenlage unterschiedlich aus.

Als angenehmste Reisezeit für Nepal gelten die Herbstmonate Oktober/November und das Frühjahr Februar bis April mit Tageswerten von warmen 20° bis 28°C. Im Frühling steht die Natur in voller Blüte, lassen sich im Vorhimalaya und Tiefland Tier- und Vogelwelt besonders gut beobachten. Die schönsten Ausblicke auf die freien Himalaya-Achttausender verspricht die klare Luft im Herbst.

Auch in Bhutan gelten der Herbst Mitte September bis Oktober/November und das Frühjahr März bis Anfang Mai als trockene, empfehlenswerte Reisemonate. In mittleren Höhenlagen glänzt der Frühling mit herrlichen Blumenteppichen. Im Herbst präsentieren sich die Berge besonders malerisch. Gleißende Schneegipfel gegen den tiefblauen Himmel, untermalt vom kontrastreichen Grün der Landschaft. Hochwiesen und Pässe geschmückt mit farbenfrohen Blumenteppichen.

Zur Einreise nach Nepal und/oder Bhutan benötigen deutsche Staatsangehörige einen Reisepass mit sechs Monaten Mindestgültigkeit bei Ankunft (Nepal) bzw. über den Zeitpunkt der Ausreise (Bhutan) hinaus.

Zudem verlangen beide Länder ein Visum. Das Visum für Nepal kann vorab über eine der nepalesischen Auslandsvertretungen (Botschaft, Honorarkonsulate) oder bei Einreise (Visa-on-Arrival-Service) im Kathmandu Tribhuvan International Airport gegen Gebühr (in Nepal-Rupien oder US-Dollar bar) beantragt werden. Die elektronische Eingabemaske darf bereits vorher online ausgefüllt, die Beantragungsnummer gespeichert werden.

Die Einreise nach Bhutan ist grundsätzlich nur als Tourist (Gruppe oder Einzelreisender) oder als Gast der Regierung möglich. Das gebührenpflichtige Visum kann über die Botschaft des Königreichs Bhutan in Brüssel eingeholt werden, in der Regel aber über die registrierte Bhutan-Reiseagentur, die mit der Reisedurchführung beauftragt ist. Außerdem muss pro Tag unabhängig von der Aufenthaltsdauer eine sogenannte „Sustainable Development Fee“ in Höhe von 100 USD/Person gezahlt werden.

Bei Direkteinreise keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Die übliche Grundimmunisierung sollte vorhanden sein. Das Malaria-Risiko wird in beiden Ländern als gering eingestuft. Je nach Jahreszeit wäre eine Expositionsprophylaxe im subtropischen Terai-Tiefland (Nepal) unter 1.700 Meter überlegenswert.

Direkte Flugverbindungen von Mitteleuropa nach Nepal und Bhutan bestehen nicht. Nepals Hauptstadt Kathmandu wird über Drehkreuze wie Dubai, Istanbul und New Delhi angeflogen. Bhutans nationale Fluglinie Druk Air bietet via Paro Flüge nach Nepal, Indien, Bangladesch (Dhaka) und Thailand (Bangkok) an. Wärmende Bekleidung (Pullover) ist ganzjährig ab 2.500 Höhenmetern angebracht. In den Niederungen erreichen die Temperaturen November bis März angenehm warme Werte. Januar bis März herrscht Hochsaison. Bhutan im Winter zu bereisen ist schwierig. Schneefall kann viele Pässe und Straßen unpassierbar machen. Wegen der teils heftigen Monsun-Niederschläge sind auch Juni bis August als Reisemonate nicht geeignet. Oberhalb von 3.000 Metern herrscht in beiden Ländern kaltes alpines Klima, im Winter (Dezember bis Februar) oft weit unter dem Gefrierpunkt. Deutlich abgehoben von den niedrigeren Regionen. Die angenehmsten Jahreszeiten sind hier wie dort Frühling oder Herbst, wenn es warm und weniger feucht als im Sommer ist.

Reiseempfehlung: Große Nepal Erlebnisrundreise (PDF-Flyer)
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