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Tristan da Cunha (Südatlantik)

Zur Inselgruppe im Südatlantik gehören neben der gleichnamigen bewohnten Hauptinsel (98 qkm) noch mehrere andere Eilande. Rund 280 Menschen leben hier. Das Archipel gehört zur Britischen Kronkolonie St. Helena und Nebengebiete (Crown Colony of Saint Helena and Dependencieis), die außer Saint Helena (122 qkm/ca. 5.200 Einw.), auch die nordwestliche Insel Ascencion und Tristan da Cunha, 2.100 Kilometer weiter im Süden, umfasst. Rund 2.800 Kilometer sind es zum Kap der Guten Hoffnung (Südafrika), nach Cabo Frio (Brasilien) 3.200 Kilometer. St. Helena’s Hauptort Jamestown (ca. 900 Einw.) ist Sitz des Gouverneurs und die einzige Insel im über 6.000 Meter tiefen Angola Becken. Sie entstand durch Vulkanismus. Afrika (Angola) liegt 1.900 Kilometer entfernt, zur Küste Südamerikas sind es 3.400 Kilometer. Diana’s Peak (823 m NN) ist die höchste Erhebung der Insel. Es gibt weitere Hügel, die über 500 Meter erreichen. Grasland herrscht vor. Rinder- und Schafzucht, Gemüseanbau, Obst, Flachs, Fischfang und Holzverarbeitung bilden die wichtigsten Erwerbsquellen. Dazu kommt die finanzielle Unterstützung durch Großbritannien.
Zum Tristan da Cunha Archipel gehören neben der Hauptinsel die vier unbewohnten, 33 Kilometer südwestlich gelegenen Inaccessible Island (14 qkm), Nightingale Island (2,6 qkm), Middle Island (0,2 qkm) und Stoltenhoff Island (0,2 qkm) und die bemannte Wetterstation Gough Island (91 qkm) 399 Kilometer südöstlich.
Die Hauptinsel thront auf der kegelförmige Spitze eines mächtigen Unterwasservulkans, der im Queen Mary’s Peak (2.060 m NN) und Mount Olav (1.970 m NN) gipfelt. Anfangs lag das heiße Zentrum (Hotspot) genau auf der Spreizungsachse des Mittelatlantischen Rückens und Walfischrückens. Was in Südamerika zu Paraná, auf afrikanischer Seite zu Etendeka Flutbasalten führte. Es entstanden zwei Geraden, die bei Tristan da Cunha im Winkel von 120° aufeinandertreffen. Ein prägnates Beispiel für die Unterschiede zwischen relativer und absoluter Plattenverschiebung. Die relative Plattenbewegung steht senkrecht auf dem Mittelozeanischen Rücken. Also bewegt sich die Afrikanische Platte nach Westen und die Südamerikanische Platte nach Osten. Absolut bewegt sich die Afrikanische Platte aber nach Nordwesten und die Südamerikanische Platte nach Nordosten. Das erklärt den Winkel, den die Vulkane beschreiben.
Die Hauptinsel Tristan da Cunha wurde im März 1506 vom portugiesischen Admiral Tristao da Cunha entdeckt, der sie nach sich selbst Ilha de Tristão da Cunha nannte. Wegen des hohen Wellengangs gelang es ihm jedoch nicht, einen Fuß auf die Insel zu setzen. Er sichtete auch die weiter südlich liegende Insel Nightingale. Ebenfalls im frühen 16. Jahrhundert, 1505 oder 1506, stieß der Portugiese Goncalo Alvares rund 400 Kilometer weiter südöstlich auf Gough Island. Inaccessible Island hingegen wurde erst 1652 von der Besatzung des holländischen Schiffes 't Nachtglas entdeckt. Am 14. August 1816 gingen die Inseln in den Besitz der britischen Krone über. Englische Truppen besetzten die Hauptinsel Tristan da Cunha, um zu verhindern, dass Frankreich die Insel als Stützpunkt für einen Befreiungsversuch von Napoleon Bonaparte aus seinem zweiten Verbannungsort St. Helena nutzen konnte. Von Oktober 1815 bis zu seinem Tod 1821 wurde der ehemalige Kaiser ier festgehalten. 1834 wurde Tristan da Cunha mit St. Helena eine britische Kronkolonie, 1981 ein Britisches abhängiges Gebiet und 2002 schließlich Britisches Überseegebiet (Overseas Territories Ac). Als Mitte 2011 das Auktionshaus Osenat in Fontainebleau bei Paris drei schmale Englisch-Vokabelhefte von Napoleon I. zur Versteigerung anbot, lag der Katalogpreis bei 7.000 bis 9.500 Euro. Der Verkauf brachte mit 93.125 Euro jedoch ein Vielfaches des Schätzwertes ein. Die drei handschriftlich geführten Bändchen des französischen Kaisers mit Eintragungen wie „To run = Courir“ (laufen) und Originalzeichnungen entstanden im Exil auf der britischen Atlantikinsel St. Helena. Neuer Eigentümer ist das Museum für Briefe und Manuskripte in Paris. Offenbar erfreut sich der Kaiser hoher Wertschätzung.

Walfischrücken. Hier liegt der entlegenste Ort der Welt. Keine Fiktion, sondern ein submariner Gebirgszug im Südatlantik. Er beginnt vor der Küste Namibias und erstreckt sich rund 3.000 Kilometer in nordnordwestliche Richtung. Er trennt das Angola Becken von der Cape-Tiefsee-Ebene, die unter Wasser beide bis zu 6.000 Meter Tiefe messen. Dazwischen wölbt sich der Walfischrücken zum Archipel Tristan da Cunha auf, 2.800 Meter von Südafrika und 3.200 Kilometer von Brasilien entfernt. Die gleichnamige Hauptinsel gilt als entlegendster von Menschen ständig besiedelter Ort der Welt. Politisch gehört die Inselgruppe zum britischen Überseegebiet St. Helena, obwohl diese Insel über 2.100 Kilometer entfernt liegt. Tristan da Cunha ist ein Vulkan, der steil auf über 2.000 Meter ansteigt. Am schmalen Küstenstreifen wohnen knapp 300 britische Staatsbürger, die mit sieben Familiennamen auskommen. Es gibt keinen Flugplatz, keine regelmäßige Schiffsverbindungen. Das nächste Krankenhaus befindet sich in Kapstadt (Südafrika). Fernsehempfang ist immerhin seit 2001 möglich. Das Signal des Armeesenders BFBS reicht von den Falklandinseln bis hierher. Gästehäuser und Privatunterkünfte bedienen eine sehr bescheide Besucherzahl.
 

 

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