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Tristan da Cunha (Südatlantik)

Entlegenste bewohnte Insel der Welt. Auf halbem Weg zwischen Afrika und Antarktis, rund 2.800 Kilometer von Kapstadt und 4.500 Kilometer von Buenos Aires entfernt, liegt im Südatlantik auf dem Mittelatlantischen Rücken die kleine Inselgruppe Tristan da Cunha. Das einsamste Archipel der Welt (206 qkm). Ein britisches Protektorat, das von der Kronkolonie St. Helena, 2.100 Kilometer weiter nördlich, verwaltet wird. Auf der runden Hauptinsel steht die einzige Siedlung, die Ortschaft Edinburgh. Ein Dorf mit Schule, Swimmingpool, Hospital, Postamt, Museum, zwei Kirchen, einem Golfplatz, Bürgerzentrum und einer Kneipe (Pub). Ohne Flughafen und Hotel. Schiffsanlandungen sind wegen zu rauer See nicht immer möglich. Selten verirren sich Besucher hierher. Gäste einiger Kreuzfahrtschiffe, die nur für einige Stunden Halt machen oder Passagiere, die mit dem Versorgungs-/ Postschiff ankommen. Die Bevölkerung umfasst stolze 80 Familien mit gerade mal sieben Namen: Green, Glass, Hagan, Lavarello, Repetto, Rogers und Swain. Alle irgendwie miteinander verwandt. Nachfahren der ersten Pioniere, die im 17.Jh. mit der Britisch Ostindien Company aus England, Irland und Schottland eintrafen. Eine Urbevölkerung hat es auf der abgeschiedenen Vulkaninsel vermutlich nie gegeben. Ein Administrator mit 24-köpfigem Rat erledigt im Auftrag des Gouverneurs von St. Helena und Nebengebiete (Crown Colony of Saint Helena and Dependencies) die Amtsgeschäfte. Wichtigste Einnahmequellen sind Langustenfang, Obst, Gemüse und Kartoffelanbau, aber auch Strickwaren wie Mützen, Socken und Pullover sowie der Verkauf von Briefmarken an Sammler. Großbritannien sorgt für den finanziellen Lastenausgleich. Seit 2005 hat Tristan da Cunha sogar eine eigene Postleitzahl (TDCU 1 ZZ). Als britische Staatsbürger könnten sich die Insulaner beliebig lange im Vereinigten Königreich aufhalten. Doch selten besteht tatsächlich Gelegenheit dazu. Zudem hat das einsame Leben durchaus seinen Reiz. Gesetzesverstöße und Verkehr halten sich bei 15 Kilometer befestigter Straße in Grenzen, weshalb der einzige Polizist den größten Teil seiner Zeit mit dem Schreiben von Büchern verbringt. Bekanntester Künstler ist der taubstumme Maler Jimmy Rogers. Die Natur lohnt durchaus einen längeren Aufenthalt. Auch wenn dabei der Schatz des Seefahrers Jonathan Lambert, der seit 1812 irgendwo auf den Inseln versteckt sein soll, nicht gefunden wird.

 

 

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